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PS4: Enthüllungen zu Sonys Crossplay-Blockade

Crossplay zählt mittlerweile zu den Kernfeatures vieler Multiplayer-Spiele. Doch dauerte es Jahre, bis konsolenübergreifend ein solches System etabliert werden konnte. Vor allem an Sony scheiterte das…
PS4: Enthüllungen zu Sonys Crossplay-Blockade

Crossplay zählt mittlerweile zu den Kernfeatures vieler Multiplayer-Spiele. Doch dauerte es Jahre, bis konsolenübergreifend ein solches System etabliert werden konnte. Vor allem an Sony scheiterte das Crossplay anfangs. Mit einem komfortablen Vorsprung bei den Konsolenverkäufen und der damit verbundenen Installationsbasis sah das Unternehmen wahrscheinlich keinen großen Bedarf dafür.

Wie sehr sich Sony gegen das Crossplay über Konsolen hinweg wehrte, zeigen weitere Dokumente aus dem laufenden Rechtsstreit zwischen Epic Games und Apple. Offenbar blockierte der PS5-Hersteller das plattformübergreifende Gameplay, weil wirtschaftliche Nachteile befürchtet wurden.

Epic Games trat mehrfach an Sony heran In den Monaten vor der Crossplay-Kontroverse trat der „Fortnite“-Entwickler Epic Games mit der Bitte an Sony heran, plattformübergreifende Gameplay für den Titel zu erlauben. Auch zeigte sich Epic Games ziemlich selbstbewusst: „Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem Epic nicht das bekommt, was wir wollen – diese Möglichkeit war greifbar, als Fortnite das größte Spiel auf der PlayStation wurde“, so Joe Kreiner, Epics Vice President of Business Development.

Versuche gab es offenbar mehrere. So schlug Kreiner dem PS5-Produzenten vor: „Wir kündigen Crossplay in Zusammenarbeit mit Sony an. Epic gibt sich alle Mühe, Sony als Helden dastehen zu lassen.“ Epic bot auch an, die E3-Präsenz mit PlayStation zu branden oder Charaktere hinzuzufügen, die exklusiv für PlayStation-Plus-Abonnenten sein würden.

„Lasst uns das zu einem großen Gewinn für uns alle machen. Epic wird seine Meinung zu diesem Thema nicht ändern, also lasst uns jetzt einfach zustimmen“, so Kreiner in der Kommunikation zwischen den beiden Unternehmen.

Sony hatte kein Interesse

Doch Sony lehnte zunächst ab. „Wie ihr wisst, befassen sich viele Unternehmen mit dieser Idee. Und kein einziges kann erklären, wie Cross-Console-Play das PlayStation-Geschäft verbessern soll“, so Gio Corsi, der zu dieser Zeit Sonys Senior Director of Developer Relations war.

Im April 2019 schlug Sony dann ein System vor, das plattformübergreifendes Spielen erlaubt, aber Publisher dazu zwingt, Lizenzgebühren an Sony zu zahlen, wenn PlayStation-Spieler mehr als einen bestimmten Prozentsatz zum Umsatz eines plattformübergreifenden Spiels beitragen. Damit sollte „die Verringerung des Umsatzes auszugleichen“ werden, die Sony erfahren würde.

Ein Beispiel: Wenn die PSN-Einnahmen für ein Spiel bei 60 Prozent der Gesamtsumme eines Spiels liegen, aber 95 Prozent des Gameplays auf der PlayStation stattfinden würde, müsste der Partner Lizenzgebühren zahlen, da der prozentuale Unterschied zu groß sei. Bei nahezu gleichen Prozentanteilen wäre das nicht der Fall. Es ist nicht bekannt, ob Microsoft und Nintendo ähnliche Vereinbarungen haben oder ob dieses System tatsächlich bei Sony in Kraft ist.

Weitere Meldungen rund um Sony: 

Unabhängig von den Diskussionen rund um Crossplay ist die PS4 für Epic Games ein riesiges Geschäft. Erst kürzlich sickerte durch, dass 46,8 Prozent der mit „Fortnite“ erwirtschafteten Gesamteinnahmen im Zeitraum von März 2018 bis Juli 2020 der Sony-Konsole zugeschrieben werden. Auch die allgemeinen Geschäftsbeziehungen werden immer enger, während Sony wiederholt Geschäftsanteile an Epic Games erwirbt.

Weitere Meldungen zu Epic Games, Sony.

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