Queen Elizabeth II.: Ist die britische Monarchie damit am Ende?

King Charles III vor seinen Söhnen, Thronfolger Prinz William und Prinz Harry. Neben ihm seine Schwester Anne.

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King Charles III vor seinen Söhnen, Thronfolger Prinz William und Prinz Harry. Neben ihm seine Schwester Anne.

© Quelle: IMAGO/i Images

An Queen Elizabeth II. kommt keiner der britischen Royals heran, meint Königshausforscherin Barbara Stollberg-Rilinger. Charles fehle es an Qualität, William und Harry seien mit ihren Frauen nicht sonderlich von anderen Prominenten zu unterscheiden. Das Königshaus sei mit dem Tod der Monarchin am Ende.

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Osnabrück. Die Historikerin und Königshausforscherin Barbara Stollberg-Rilinger zweifelt daran, dass die Monarchie in Großbritannien nach dem Tod von Elizabeth II. noch längere Zeit besteht. „Charles hat nicht die Qualitäten seiner Mutter“, sagte die Professorin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zudem verkörperten seine Söhne die Institution der Monarchie nicht mehr im klassischen Sinne.

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Historische Lasten

„Die Prinzen und ihre Frauen inszenieren sich nicht wesentlich anders als andere Prominente. Vor allem Harry und Meghan unterscheiden sich in ihrer kommerziellen PR kaum von anderen 'Influencern'“, sagte die Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Theoretisch könnten sie auch Fußballstars sein - „nur dass sie nicht etwas außerordentlich gut können“. Es finde daher eine beträchtliche Nivellierung statt.

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Hinzu kämen historische Lasten, fügte die Historikerin hinzu. „Ich würde mich nicht wundern, wenn die veränderte Sicht auf Kolonialismus und Imperialismus dazu führte, dass die Briten ihre Monarchie in der näheren Zukunft abschaffen.“

Mit Blick auf das Begräbnis der Königin an diesem Montag sagte Stollberg-Rilinger, ein solches Ritual habe auch die Funktion, den Nachfolger symbolisch zu legitimieren. „Ein Monarch wird verabschiedet, aber ein neuer sogleich begrüßt“, erläuterte sie. „Die individuellen Personen wechseln, aber die Institution der Monarchie bleibt bestehen. Ob das in diesem Fall gelingt, daran kann man allerdings zweifeln“, betonte die Professorin, deren Biografie über Kaiserin Maria Theresia den Preis der Leipziger Buchmesse gewann.

RND/epd

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