Jessica Hawkins: Erste Frau seit 2018 in einem F1-Auto

Jessica Hawkins' Traum ist wahr geworden! Die Britin pilotierte nach fünf Jahren als erste Frau einen Formel-1-Boliden. Aston-Martin-Teamboss ist von der Leistung beeindruckt.

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Foto Motorsport-Magazin.com

von Carina Teifelhard26.09.2023, 15:45 Uhr

Jessica Hawkins absolvierte mit Aston Martin ihren ersten Formel-1-Test, Foto: Aston Martin

Jessica Hawkins schwebt vermutlich auf Wolke sieben. Die Britin fuhr am vergangenen Donnerstag (21. September 2023) im Zuge eines privaten Test-Programms für Aston Martin auf dem Hungaroring in Ungarn das erste Mal in einem Formel-1-Boliden. Hawkins ist damit seit knapp fünf Jahren die erste Frau, die ein Formel-1-Auto pilotierte.

Zuletzt saß die Kolumbianerin Tatiana Calderón am Steuer eines Formel-1-Boliden. 2018 fuhr die damalige Entwicklungs- und Testfahrerin von Sauber im Rahmen eines Filmtags auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko mit dem Sauber C37.

Ein Traum wird wahr: Hawkins fährt ein Formel-1-Auto Hawkins ist bei Aston Martin als Fahrerbotschafterin tätig, Foto: Aston Martin

Hawkins krönte sich bereits zur britischen Kartmeisterin und nahm von 2019 bis 2022 an der Frauen-Formelserie W Series teil, ehe sie 2021 zur Fahrerbotschafterin von Aston Martin ernannt wurde. Die Britin stand in ihrer letzten W-Series-Saison einmal auf dem Podium. Unter anderem ist Hawkins auch als Stuntfrau bekannt. So wirkte sie im neuesten James Bond Film "No Time to Die" sowie der Fast and Furious Live Show mit.

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2022 begann die 28-Jährige im Simulator mit den Vorbereitungen auf ihr Formel-1-Testdebüt. "Es hat mich viel Blut, Schweiß und Tränen gekostet, hierherzukommen. Als ich das erste Mal hörte, dass es eine Möglichkeit sein könnte, konnte ich es kaum glauben", so Hawkins nach dem Test. In Ungarn saß die 28-Jährige jedoch nicht das erste Mal im Formel-1-Cockpit. Im Zuge von Demonstrationsfahren konnte die Briten bereits in der Vergangenheit in einem Formel-1-Boliden fahren, in vollen Zügen konnte sie die Power der Formel-1-Boliden aber dort noch nicht genießen.

"Ich musste es monatelang geheim halten - das war ziemlich hart! Aber es hat sich absolut gelohnt, und ich habe wirklich wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Nichts ist mit der Beschleunigung und den Bremsen eines Formel-1-Autos zu vergleichen, und nach der Auswertung der Daten bin ich wirklich stolz auf meine Leistung", sagte Hawkins. Auf dem Hungaroring absolvierte die Britin schlussendlich 26 Runden.

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Dabei teilte sie sich den AMR21 mit Aston-Martin-Test- und Reservefahrer Felipe Drugovich, der ebenfalls vor Ort war. "Die Möglichkeit, den AMR21 zu fahren, ist ein Traum, der für mich wahr geworden ist und den ich mir schon seit langem erfüllen wollte. Ich werde weiter nach mehr streben, und dabei möchte ich andere Frauen inspirieren und ihnen zeigen, dass sie ihren Traum verfolgen sollten, egal was es ist", sagte Hawkins.

Regentaufe statt Feuertaufe: Regen stört Hawkins Formel-1-Testdebüt Auf dem Hungaroring konnte sich Hawkins ihren Traum erfüllen, Foto: Aston Martin

Hawkins wurde bei ihrem Formel-1-Testdebüt gleich auf eine Bewährungsprobe gestellt. Die Britin absolvierte gerade ihre erste Installationsrunde, als die Strecke von starkem Regen heimgesucht wurde. Daraufhin wurde der Test verzögert. "Bei ihrem ersten richtigen Run gab es in einigen Kurven noch feuchte Stellen", so Robert Sattler, Aston Martins Evolution Programme Director.

Trotzdem konnte sich die Britin Runde für Runde verbessern. "Jessica hat auf der schwierigen Strecke nach und nach an Geschwindigkeit zugelegt und dabei die Komplexität des AMR21 einwandfrei gemeistert", sagte Sattler. "Ihr Feedback war präzise und stimmte mit unseren Daten überein. Nach drei Läufen war die Strecke abgetrocknet, und sie konnte bereits die Referenzrundengeschwindigkeiten erreichen.".

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Aston-Martin-Teamboss ist beeindruckt: Hawkins hat unglaublich hart gearbeitet

Harte Arbeit zahlt sich aus: Das ist auch bei Hawkins der Fall. Denn auch Aston-Martin-Teamchef Mike Krack zeigte sich vom Engagement der Britin begeistert: "Wir waren wirklich beeindruckt von Jessicas Vorbereitung auf den Test - sie hat unglaublich hart mit unserem Simulator-Team gearbeitet und das hat uns die Entscheidung leicht gemacht, sie in den AMR21 zu setzen."

"Sie konnte schnell ordentliche Rundenzeiten fahren und hat einen guten Rhythmus gefunden", lobte Krack die Leistung der 28-Jährigen. Mit dem Testprogramm soll Hawkins Aston Martin beim Einstieg in die F1 Academy unter die Arme greifen. Ab 2024 muss jedes Formel-1-Team eine Fahrerin in der Frauen-Formelserie nominieren und unterstützen. "Ich freue mich, dass wir ihr diesen nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen konnten, indem wir ein modernes Formel-1-Auto getestet haben", gibt Krack sein Fazit.

© Motorsport-Magazin

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