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Berkshire Hathaway: Warren Buffett kürt Greg Abel zu seinem Nachfolger

Erstmals hat sich Investorenlegende Warren Buffett öffentlich auf einen Nachfolger festgelegt. Wann dieser die Geschäfte übernehmen wird, lässt Buffett allerdings offen.

Nach jahrelangen Spekulationen steht nun der Nachfolger von Investorenlegende Warren Buffett (90) an der Spitze seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway fest. "Die Unternehmensführung ist sich einig, dass Greg das Ruder morgen früh übernehmen würde, sollte mir heute Abend etwas passieren", sagte Buffett dem US-Wirtschaftssender CNBC laut einem Bericht vom Montag.

Gemeint ist Greg Abel (59), der bei Berkshire Hathaway derzeit die Energiesparte des Konglomerats verantwortet. Er und der für das Versicherungsgeschäft zuständige Ajit Jain (69), der Cousin des früheren Deutsche-Bank-CEOs Anshu Jain (58), galten seit ihrer Beförderung in den Verwaltungsrat im Jahr 2018 als Favoriten für Buffetts Nachfolge.

Buffett lobte Abel und Jain gegenüber CNBC gleichermaßen und verwies mit Blick auf die Entscheidung für Abel auf das Alter der beiden Manager. Abel ist 59, Jain bereits rund zehn Jahre älter. "Sie sind beide wundervolle Personen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine 20-jährige Wegstrecke vor sich hat, macht jedoch einen echten Unterschied", sagte Buffett. "Falls, Gott bewahre, Greg irgendetwas zustoßen sollte, würde Ajit die Führung übernehmen", sagte Buffett weiter.

Buffett ist unter Anlegern wegen seines Gespürs für erfolgreiche Unternehmen und der seit Jahrzehnten beständigen Gewinne seiner Beteiligungsfirma eine Legende an der Börse. Trotz seines hohen Alters denkt er nach wie vor nicht ans Aufhören. Solange er an seiner Arbeit so viel Spaß habe, dass er den Tag im Büro am liebsten mit einem Stepptanz beginnen würde, sehe er keinen Anlass für einen Ruhestand, betont das "Orakel von Omaha" zu seinem 90. Geburtstag. Immerhin ist sein kongenialer Partner Charlie Munger bereits 97 Jahre alt - und Buffett damit der Juniorpartner bei Berkshire.

Munger löste Spekulationen über Buffett-Nachfolge aus

Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway hatte am Wochenende erneut glänzende Quartalszahlen vorgelegt. So stieg der Betriebsgewinn im ersten Quartal um 20 Prozent auf sieben Milliarden Dollar und die Cashreserven um 5 Prozent auf atemberaubende 145 Milliarden Dollar. Buffett selbst gehört mit einem Vermögen von rund 100 Milliarden Dollar zu den reichsten Menschen der Welt.

Zu Berkshire Hathaway gehören an die 90 Unternehmen, hinzu kommen diverse Aktienpakete börsennotierter Großkonzerne wie Bank of America, Coca-Cola oder Apple. Am vergangenen Wochenende fand auch die häufig als "Woodstock der Kapitalisten" bezeichnete Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt, bei der in normalen Zeiten Zehntausende Anhänger zu Buffett nach Omaha pilgern. Wegen der Pandemie wurde das Event aber erneut im Internet ausgetragen, und der Rummel blieb aus. Bei seiner Rede auf der Online-Hauptversammlung kritisierte Buffett Anlagevehikel wie Spacs sowie die zahlreichen Trading-Apps wie Robin Hood scharf.

Buffetts Stellvertreter Munger wiederum sorgte auf der Aktionärsversammlung mit einem Satz über Abel für Aufregung. Auf die Frage, ob das Unternehmen irgendwann zu komplex sein würde, um es zu verwalten, antwortete Munger: "Greg wird die Kultur bewahren." Seitdem wurde darüber spekuliert, dass die Entscheidung zugunsten von Abel ausgefallen war - was sich nun bewahrheitet hat.

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