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BVB - Holstein Kiel 5:0: Borussia Dortmund überrollt Kiel und folgt Leipzig ins Fnale - Morey wohl schwer verletzt

Der BVB hat sich in einem denkwürdigen Pokal-Halbfinale gegen Zweitligist Holstein Kiel mit 5:0 (5:0) durchgesetzt und trifft damit im Finale am 13. Mai auf RB Leipzig. Ohne Topstürmer Erling Haaland servierten die Dortmunder den hoffnungslos unterlegen

Der BVB hat sich in einem denkwürdigen Pokal-Halbfinale gegen Zweitligist Holstein Kiel mit 5:0 (5:0) durchgesetzt und trifft damit im Finale am 13. Mai auf RB Leipzig. Ohne Topstürmer Erling Haaland servierten die Dortmunder den hoffnungslos unterlegenen Außenseiter mit fünf Toren im ersten Durchgang ab - ein Novum in der langen Pokalgeschichte. Überschattet wurde der zehnte Einzug der Dortmunder ins Pokalfinale von der womöglich schweren Knieverletzung von Mateu Morey.

"Es ist brutal schwer. Bis zur 75. Minute war es ein perfekter Abend. Wir haben tollen Fußball gezeigt. Ihr kennt ihn als Spieler, wir aber als Menschen. Und wenn man so einen fantastischen Jungen auf dem Boden liegen sieht, wenn man seine Reaktion hört, dann trübt das den ganzen Abend", sagte ein sichtlich angefasster BVB-Trainer Edin Terzic. Und auch Nationalspieler Emre Can sprach anschließend davon, dass sich die Freude "in Grenzen" halte: "Das tut uns weh. Wir werden ihn unterstützen."

Die womöglich schwere Verletzung des 21 Jahre alten Außenverteidigers, der sich minutenlang und vor Schmerzen schreiend nach einem bösen Fehltritt in einem Laufduell auf dem Rasen wälzte, machte eine BVB-Gala vergessen, die zunächst historische Züge angenommen hatte.

Nie zuvor war es einer Mannschaft in einem Pokalhalbfinale gelungen, fünf Treffer in der ersten Halbzeit zu erzielen. Der BVB aber überrollte hoffnungslos überforderte Kieler jedoch ab der zehnten Minute und machte kurzen Prozess mit dem Bayern-Bezwinger, der in Person von Kiel-Trainer Ole Werner anerkennen musste: "Uns wurden ganz klar die Grenzen aufgezeigt."

Giovanni Reyna, Marco Reus, Thorgan Hazard und Jude Bellingham machten früh den Deckel drauf und den zehnten Dortmunder Einzug ins DFB-Pokalfinale perfekt. Dort trifft der BVB am 13. Mai auf RB Leipzig. Eine erste Kostprobe des Aufeinandertreffens im Berliner Olympiastadion wird es am kommenden Wochenende geben, wenn die Sachsen im Dortmunder Westfalenstadion gastieren.

Während für RB die Saison angesichts des Siebe-Punkte-Rückstands auf den FC Bayern München wohl mehr oder weniger austrudelt, geht es für die Schwarzgelben noch um die Champions-League-Qualifikation. Ein Punkt trennt den BVB, der zuletzt in der Liga vier Siege feierte, von Eintracht Frankfurt und Platz vier.

"Es muss genauso weitergehen", sagte Can, der zwar zuletzt nicht den "besten", aber einen "konstanten" BVB gesehen habe: "Jetzt gelingt es uns endlich mal regelmäßig zu zeigen, was für Qualitäten wir haben. Das war unser Problem in dieser Saison."

Für BVB-Gegner Kiel geht es indes bereits am Dienstag weiter im Mammutprogramm (8 Spiele in 29 Tagen), an dessen Ende der erste Aufstieg in die Bundesliga stehen könnte. Aufgrund der zweiten Corona-Quarantäne binnen kurzer Zeit haben die Störche aktuell drei Spiele weniger als das Führungstrio in der 2. Bundesliga, jedoch nur zwei Punkte Rückstand auf den HSV und Platz drei. Die Klatsche in Dortmund wird "keine bleibenden Schäden" hinterlassen, versicherte Werner: "Wir können es einordnen."

BVB - Holstein Kiel: Die Analyse zum Spiel

Den kurzfristigen Ausfall von Topstürmer Haaland (muskuläre Probleme) kompensierte BVB-Trainer Terzic mit einem offensiven Quartett aus Sancho, Hazard, Reus und Reyna, die sich die Position in vorderster Spitze als falsche Neun aufteilten, immer wieder rochierten und sich extrem spielfreudig präsentierten.

Damit hatten die Kieler sichtlich Probleme, bekamen keinen echten Zugriff auf die Dortmunder Angreifer, agierten viel zu passiv und so war schon nach einer halben Stunde die Messe gelesen. Der BVB, der sich einerseits brutal effektiv (7 Schüsse, 5 Tore), aber auch spielerisch stark präsentierte, servierte einen hoffnungslos unterlegenen Zweitligisten, der sich zudem auch einige individuelle Aussetzer leistete, mit 5:0 im ersten Durchgang ab - ein Novum in der Pokalgeschichte. Noch nie zuvor hatte eine Mannschaft in der ersten Halbzeit in einem Halbfinale fünf Treffer erzielt.

Dem BVB gelang es im Verlauf der ersten Halbzeit immer wieder, Tiefe im Spiel herzustellen - mal über den ersten Ball auf einen einlaufenden oder auf die Flügel ausweichenden Neuner, mal über den zweiten Ball nach Außen auf die hohen Außenverteidiger Piszczek oder Guerreiro, vor dem wahlweise Reyna, Reus oder Hazard klatschen ließen und anschließend durchstarteten.

Besonders Guerreiro spielte als Linksverteidiger, der sich immer wieder in Halbräumen aufhielt und Chaos durch Laufbewegungen aus dem Zentrum auf die Flügel verursachte, eine elementrare Rolle.

Die immens von Corona-Quarantänen gebeutelten Störche, die erst kürzlich aus der dritten Isolation binnen eines Jahres zurückgekehrt waren, verstanden es hingegen nicht, die eigenen Abstände in der Defensive zu halten - geschweige denn eine klare Aufgabenverteilung zu koordinieren. So grenzte beispielsweise das 5:0 durch einen abgefälschten Bellingham-Schuss schon beinahe an Slapstick.

Der BVB, der im zweiten Durchgang den Verwaltungsmodus einlegte und zahlreiche Wechsel vornahm, folgt somit hochverdient RB Leipzig ins Pokalfinale. Am 13. Mai können die Dortmunder in ihrem zehnten Endspiel im Berliner Olympiastadion zum fünften Mal den Cup holen. Für Leipzig wäre es hingegen der erste Titelgewinn der jungen Klubgeschichte. Einen Vorgeschmack auf das Finale gibt es am kommenden Bundesligaspieltag (8. Mai), wenn die Sachsen im Westfalenstadion gastieren.

Überschattet wurde der klare Erfolg der Dortmunder knapp 20 Minuten vor dem Ende von einer womöglich schweren Knieverletzung von Mateu Morey, der sich in einem Laufduell das Knie böse überstreckte und vor Schmerzen schreiend abtransportiert werden musste.

BVB - Noten und Einzelkritiken zum DFB-Pokal-Halbfinale gegen Kiel: Ein Duo überragt - keine Plus-Punkte für Brandt

1/17

2/17

MARWIN HITZ: Bei Reeses Pfostenkracher konnte er nur hinterherschauen, den Distanzschuss von Arslan lenkte er mit letzter Kraft noch zur Ecke. Ansonsten wenig gefordert in diesem einseitigen Halbfinale. Note: 3,0

3/17

LUKASZ PISZCZEK (bis 62.): Kassierte früh einen Tunnel von Reese (8.) und hatte auch sonst einige Mühe mit dem frechen Kieler, der in einer Szene nur knapp am Pfosten scheiterte (27.). Kam dann aber besser in die Partie. Note: 3,5

4/17

MANUEL AKANJI: Erneut erster Aufbauspieler beim BVB. Mit den meisten Ballkontakten (111) und Pässen (104). In der Defensive mit viel Übersicht und Ruhe. Note: 3,0

5/17

MATS HUMMELS: Hatte kaum Mühe mit der Angriffsreihe der Gäste. Der frühere Dortmunder Senna war beim Abwehrchef gut aufgehoben. Monsterblock gegen Porath (67.). Note: 3,0

6/17

RAPHAEL GUERREIRO: Sichtbar viel Spielfreude beim Portugiesen und enormer Drang nach vorne. Mit einem sehenswerten Hackentrick öffnete er früh den Weg zum 2:0 (23.). Zudem: meiste Ballgewinne beim BVB (9). Note: 2,5

7/17

EMRE CAN (bis 62.): Fantastischer Heber über Kiels letzte Abwehrreihe beim dritten Dortmunder Treffer. Aber erneut auch mit Patzern: dribbelte sich etwa im Mittelkreis (21.) fest und beschwor so einen gefährlichen Konter herauf. Note: 3,5

8/17

JUDE BELLINGHAM: Wurde im Mittelfeld kaum von den Störchen gefordert und hatte viel Zeit für die Offensive. Überragender Pass auf Sancho (38.). Super Solo mit Lupfer gegen Ende (76.). Hatte sich schon zuvor mit dem Treffer zum 5:0 belohnt. Note: 2,5

9/17

MARCO REUS (bis 62.): Der Kapitän hatte viele zündende Ideen und bot sich auch als Anspielstation in vorderster Spitze an. Klasse Technik und Übersicht vorm 2:0. Stark auch als Torschütze beim 3:0. Note: 1,5

10/17

GIO REYNA (bis 45.): Reynas erster Doppelpack für Schwarz-Gelb, es hätte sogar noch ein Tor mehr sein können. Agil und abgezockt. Dass Terzic ihn zur Pause rausnahm, zeigt nur, für wie wichtig er den Youngster in der aktuellen Form hält. Note: 1,5

11/17

JADON SANCHO: Zwei Assists, Sancho kommt nun schon auf 15 in dieser Saison. Sehr agil, mit vielen Tricks, einmal versuchte es der Engländer sogar mit einer Vorlage per Rücken. Beizeiten etwas zu verspielt. Note: 2,0

12/17

THORGAN HAZARD: Kurzfristig als Haaland-Ersatz im Sturm gefordert. Fühlte sich da aber nicht so wohl und wich immer wieder auf die Flügel aus. Zog zwei Mal weit am Tor vorbei. Starke Szene beim 4:0: erlief den Ball und schloss cool ab. Note: 3,0

13/17

JULIAN BRANDT (ab 46.): Durfte nach der Pause für Reyna und sollte im Zentrum die Fäden ziehen. Meistens fehlte ihm ein echter Stürmer als Anspielstation. Konnte keine Plus-Punkte sammeln. Note: 4,0

14/17

MATEU MOREY (ab 62.): Was für ein Pechvogel. Der junge Spanier durfte nach gut einer Stunde ran, um Spielpraxis zu sammeln. Verletzte sich nach nur wenigen Minuten schwer und musste unter Schmerzen vom Platz getragen werden. Keine Bewertung.

15/17

THOMAS DELANEY (ab 62.): Führte sich mit einem blöden Ballverlust im Mittelkreis blöd ein, der Konter der Gäste brachte aber nichts ein. Danach deutlich aufmerksamer, es blieb Delaneys einziger Fehler. Note: 3,5

16/17

REINIER (ab 62.): Teilte sich in der letzten halben Stunde den Platz im offensiven Mittelfeld mit Brandt und rückte auch in die Spitze vor. Mehr als eine gute Tor-Chance (87.) sprang nicht heraus. Note: 4,0

17/17

THOMAS MEUNIER (ab 74.): Für den verletzten Morey nachgerückt. Ohne Einfluss aufs Spiel. Keine Benotung

BVB - Holstein Kiel: Die Aufstellungen
  • Borussia Dortmund: Hitz - Piszczek, Akanji, Hummels, Guerreiro - Bellingham, Can, Reyna , Reus, Sancho - T. Hazard
  • Holstein Kiel: Dähne - Dehm, Wahl, Si. Lorenz, Komenda - Meffert, J.-S. Lee, Hauptmann - Bartels, Serra, Reese
BVB - Holstein Kiel: Die Daten des Spiels

Tor: 1:0 Reyna (16.), 2:0 Reyna (23.), 3:0 Reus (26.), 4:0 Hazard (32.), 5:0 Bellingham (42.)

  • 37. Pokalspiel von Mats Hummels für den BVB: Er überholt damit Michael Zorc. Nur Lothar Huber (38) kam auf mehr DFB-Pokalspiele für Schwarz-Gelb.
  • Borussia Dortmund traf in den letzten 20 Pokalspielen immer. So eine lange Torserie hatte der BVB zuvor nur zwischen 1983 und 1992 (damals 30 Spiele, Vereinsrekord).
  • Reus erzielt sein zwölftes Pokaltor für Dortmund, mehr erzielten im BVB-Dress nur Pierre-Emerick Aubameyang (15) und Manfred Burgsmüller (23).
  • Erstmals schießt ein Team fünf Tore in der ersten Halbzeit eines DFB-Pokal-Halbfinals.
Der Star des Spiels: Giovanni Reyna (BVB)

Präsentiert sich in der Schlussphase der Saison in absoluter Topform. Ließ seinen guten Auftritten in der Bundesliga nun einen absoluten Sahnetag im Pokal folgen. Ansatzlos und frech war sein Schlenzer zum 1:0, beim 2:0 stand er schlichtweg einfach richtig und hatte zudem auch beim 3:0 mit einem Doppelpass mit dem ebenfalls sehr starken Reus seine Füße im Spiel. Wechselte immer wieder mit dem BVB-Kapitän und Hazard die Zentrumsposition, sprühte vor Spielfreude und war beweglich.

Der Flop des Spiels: Jannik Dehm (Holstein Kiel)

Erwischte wie alle Kieler einen rabenschwarzen Abend. Vier der fünf Dortmunder Tore im ersten Durchgang vielen mehr oder weniger über seine rechte Abwehrseite, die der BVB in Person von Reus, Sancho und Guerreiro aber auch konsequent bespielte und dort immer wieder Überzahl herstellte. Dehm wurde zur Pause ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Christian Dingert

Hatte auch aufgrund des schnell klaren Spielverlaufs kaum schwierige Situationen zu lösen. Bei einer hat er womöglich aber falsch gelegen: Nach dem Kieler Pfostenschuss durch Reese behauptete BVB-Verteidiger Akanji den Ball gegen Lee und fuhr dabei den Arm ins Gesicht des Kielers. Das hätte durchaus auch Elfmeter geben können. Ansonsten fehlerfrei.

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