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Tirols Gesundheitslandesrat Tilg tritt zurück

Bernhard Tilg will nicht weiter in der Politik bleiben. Zuvor hatte am Dienstagabend Patrizia Zoller-Frischauf, Tirols Wirtschaftslandesrätin, ihren Rücktritt mitgeteilt. Nachfolgen sollen den...

Bernhard Tilg will nicht weiter in der Politik bleiben. Zuvor hatte am Dienstagabend Patrizia Zoller-Frischauf, Tirols Wirtschaftslandesrätin, ihren Rücktritt mitgeteilt. Nachfolgen sollen den beiden Annette Leja und Anton Mattle.

Der Tiroler Gesundheitslandesrat, Bernhard Tilg (ÖVP), hat seinen Rückzug bekanntgegeben. Tilg war im vergangenen Jahr im Zuge des Tiroler Corona-Krisenmanagements stark in die Kritik geraten. Bekannt wurde er durch einen Auftritt in der ORF-Nachrichtensendung "Zeit im Bild 2", in dem er mehrmals wiederholte, dass die Behörden in Sachen Ischgl "alles richtig gemacht" hätten. Ihm nachfolgen soll die Geschäftsführerin des Sanatorium Kettenbrücke, Annette Leja.

Tilg kündigte in einer Aussendung an, nicht weiter in der Politik bleiben zu wollen. Stattdessen kehrt er als Professor für Medizintechnik und Medizininformatik an die Privatuniversität Umit zurück. Der 53-Jährige war bereits seit Beginn der Landeshauptmann-Ära Günther Platters (ÖVP) im Jahr 2008 in dessen Regierungsteam.

In einer Aussendung meinte Tilg, dass die Bewältigung der Coronakrise eine "besondere Herausforderung" gewesen sei: "Eine Zeit, die uns alles abverlangt hat – auch mir selbst", sagte er. Der Schutz der Bevölkerung sei "zu jedem Zeitpunkt an erster Stelle" gestanden. Er sei froh, dass man die Tiroler Spitäler "vor einer Überlastung" schützen haben könne.

Überraschender Rücktritt Zoller-Frischaufs

Zuvor hatte Tirols Wirtschaftslandesrätin, Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP), am Dienstagabend ihren Rücktritt bekanntgegeben. Sie habe nach der Landtagswahl 2018 für sich beschlossen, dass sie "zur Halbzeit der Legislaturperiode in den Landtag wechseln" werde. Dies sei bereits mit Landeshauptmann Platter - dessen Regierungsmannschaft sie wie auch Tilg seit Beginn 2008 angehörte - seit Beginn der Periode so besprochen gewesen. Die Coronakrise habe dies allerdings ein wenig verzögert.

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Patrizia Zoller-Frischauf (Archivbild)(c) imago images/Sammy Minkoff (Sammy Minkoff via www.imago-images.de)

"Nun da die Impfungen in der breiten Bevölkerung ankommen und die Öffnung aller Teile der Wirtschaft bevorsteht, halte ich es für den richtigen Zeitpunkt das Szepter als Wirtschaftslandesrätin zu übergeben", teilte die 62-Jährige mit. Landtagsvizepräsident und Bürgermeister von Galtür, Anton Mattle, soll auf sie als Wirtschaftslandesrat folgen.

Ihren nunmehrigen Rückzug kommunizierte Zoller-Frischauf über eine private E-Mail-Adresse. Im Landhaus sowie in ÖVP-Kreisen war man offensichtlich überrascht über diesen Schritt. Die Innsbruckerin erzielte in der medialen Öffentlichkeit keine größere Breitenwirkung und blieb über die Jahre eher unauffällig. Auch der machtpolitische Faktor Zoller-Frischaufs hielt sich eher in Grenzen. Jedoch galt die 62-Jährige als überaus engagiert und sachorientiert. Zudem zählte sie zu den engen Vertrauten von Landeshauptmann Platter, der entgegen manchen Rumorens - auch im Wirtschaftsflügel der Partei - stets an ihr festhielt.

Platter will die beiden Nachfolger am Mittwoch dem Parteivorstand vorschlagen. Mattle habe "hohe Kompetenz in wirtschaftlichen Fragen", mit Leja würde man eine "angesehene Expertin und Managerin aus dem Gesundheitssektor" gewinnen, meinte der Landeshauptmann und ÖVP-Landesparteiobmann.

(APA)

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