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Lichttechnik-Konzern: AMS will Osram nach Übernahme von der Börse nehmen

Der österreichische Mehrheitseigentümer hat den verbliebenen Anteilseignern ein Kaufangebot unterbreitet. Es ist bereits die dritte Offerte – und das Warten hat sich für die Aktionäre gelohnt.
Osram-Zentrale in München

Der neue Eigentümer AMS will auch Stellen in der Verwaltung streichen.

(Foto: Daniel Delang für Handelsblatt)

Der Münchner Lichttechnik-Konzern Osram soll nach acht Jahren wieder vom Kurszettel der Frankfurter Börse verschwinden. Der österreichische Mehrheitseigentümer, der Sensor-Hersteller AMS, kündigte am Montagabend ein neuerliches Übernahmeangebot für die restlichen 28 Prozent an Osram an, mit dem Ziel, die ehemalige Siemens-Tochter von der Börse zu nehmen.

Das Warten hat sich für die Osram-Anteilseigner gelohnt: Mit 52,30 Euro je Aktie bietet das Unternehmen aus Premstätten bei Graz 28 Prozent mehr als bei seinem ersten Angebot, mit dem sich AMS die Kontrolle gesichert hatte, und 15 Prozent mehr als bei der zweiten Offerte, die im Zuge des Beherrschungsvertrags fällig geworden war. Das Kaufangebot läuft voraussichtlich vom 21. Mai bis zum 18. Juni.

AMS ist bereit, dafür noch einmal 1,38 Milliarden Euro in die Hand zu nehmen. Der Preis stellt allerdings nur das gesetzliche Minimum für ein sogenanntes Delisting-Angebot dar, wie AMS selbst einräumte: Ein Kaufangebot mindestens auf dem Niveau des Durchschnittskurses der vergangenen sechs Monate ist vor einem Delisting vorgeschrieben.

Aktionäre, die ihre Papiere dabei nicht abgeben wollen, können zwar nicht hinausgedrängt werden, können sie aber nicht mehr im geregelten Börsenhandel verkaufen. Die Österreicher wollen Osram unabhängig davon von der Börse nehmen, wie viele Aktionäre trotz des mageren Aufschlags auf den Schlusskurs vom Montag von 51,95 Euro das Angebot annehmen. Die Osram-Aktien sind bisher im Kleinwerteindex SDax notiert.

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AMS-Chef Alexander Everke rief die Osram-Aktionäre auf, ihre Anteile anzudienen: „Das Delisting-Angebot ist der logische nächste Schritt für die Integration von Osram und die Umsetzung unserer Strategie, einen global führenden Anbieter von optischen Lösungen zu schaffen.“

AMS hatte Osram im Jahr 2019 nach langem Ringen übernommen. Ein erstes Übernahmeangebot verfehlte die Annahmeschwelle, das zweite drohte an Hedgefonds zu scheitern. Doch im Dezember meldeten die Österreicher dann, dass sie das Ziel von 55 Prozent der Anteile erreicht hätten.

Mehr: Siemens Energy verdrängt Beiersdorf aus dem Dax

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